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Wer zahlt für unseren Konsum

Die vermeintliche Schnäppchenjagd am Black Friday hat auch Schattenseiten: Ob Fast Fashion, Kosmetika oder Elektrogeräte - oft leiden Umwelt, Menschen und unser Klima!

Am Black Friday einfach mal durchs Internet stöbern, sich von der Werbung inspirieren lassen? Davon rät Elke Salzmann vom Bundesverband der Verbraucherzentrale ab.



Wir sind zwar auch daran interessiert, dass Verbraucher günstig kaufen können. Doch Marketing-Aktionen wie der Black Friday tragen nicht zu nachhaltigem Konsum bei.

Elke Salzmann, Bundesverband der Verbraucherzentrale

Die aggressive Werbung animiere Konsumenten zu Spontankäufen - und die seien selten sinnvoll, so die Verbraucherschützerin.

Auf wessen Kosten geht der Black Friday?

"Menschen, Umwelt und unser Klima", sagt Viola Wohlgemuth von Greenpeace. Entlang gesamter Lieferketten bemängelt sie menschenunwürdige Arbeitsbedingungen.

Kaufen wir also neue Elektrogeräte, tragen wir dazu bei, dass noch mehr Rohstoffe abgebaut werden. Zusätzlich hat die Pandemie bestimmte Arbeiter aus dem Niedriglohnsektor hart getroffen.

Während Firmen wie Adidas in der Coronakrise hierzulande unter einen Rettungsschirm springen konnten, sind Fabrikmitarbeitende in Asien stellenweise fast verhungert.

Viola Wohlgemuth, Greenpeace

Auch die Umwelt werde stark gefährdet: Der Einsatz von Plastik und Chemikalien, vor allem in der Textilbranche, sei ein Riesenproblem. Sie verunreinigen das Grundwasser, führen dazu, dass Flüsse und Meere kontaminieren und Menschen ihre Existenzgrundlage verlieren.

Wie können wir nachhaltig konsumieren?

Wie lange halten die Sneaker, bis sie kaputt gehen? Wurden sie unter menschenwürdigen Bedingungen produziert? War die Herstellung klimaneutral? "Diese relevanten Informationen werden Konsumenten schlicht nicht zur Verfügung gestellt", kritisiert Verbraucherschützerin Salzmann.

Deshalb ist es für Verbraucher unglaublich schwer, nachhaltig zu konsumieren.

Elke Salzmann, Bundesverband der Verbraucherzentrale

Das zu lösen, sei nicht Aufgabe der Verbraucher, sondern der Politik. Ohne diese Informationen könne der Verbraucher sich einzig am Preis orientieren. Doch der lässt eben außer Acht, wie lange ein Produkt tatsächlich hält oder welchen Preis Mensch und Umwelt für die Herstellung zahlen.

Ein Thema findet man auf fast jeder Unternehmens-Webseite: Nachhaltigkeit. Viel zu oft sei das, was man dort liest, allerdings nur Greenwashing. "Oft sind die Aussagen schwammig und nicht durch Dritte verifiziert", sagt Salzmann.

Jeder kann seine Produkte 'umweltfreundlich' nennen. Der Begriff ist weder klar definiert noch geschützt.

Elke Salzmann, Bundesverband der Verbraucherzentrale

Auch Greenpeace steht großen Online-Händlern wie Amazon äußerst kritisch gegenüber. "Das Konzept ist absurd", sagt Wohlgemuth. "Einerseits versucht sich Amazon mit Nachhaltigkeit zu rühmen: Beim Kauf würde man praktisch noch das Klima schützen. Andererseits zerstört der Konzern Retouren und Neuwaren, die Platz im Regal beanspruchen, baut ständig neue Logistikcenter und kauft eine eigene Flugflotte, um noch schneller noch mehr verkaufen zu können."


Quelle: ZDF Online-Nachrichten - den ganzen Artikel vom ZDF finden Sie unter:
https://www.zdf.de/nachrichten/wirtschaft/black-friday-nachhaltigkeit-verbraucher-kritik-shopping-100.html